Viele Kohlenhydrate, keine Kohlenhydrate oder einfach nur Steinzeit-Essen…und das soll alles auch noch gesund sein?

Falls du genau so verwirrt bist wie ich, bist du hier genau richtig! In dieser Übersicht erkläre ich dir die Grundlagen von High Carb (auch „HCLF“ genannt), Low Carb und Paleo. Ob eine dieser Ernährungsformen für dich und deinen Trainingsplan die richtige ist, das weißt nur du. Sportliche Anhänger und Fans haben nämlich alle drei Diäten. Aber nun legen wir erst einmal los!

 

Low Carb: Mit wenig Kohlenhydraten schlank und fit

 

Wie es der Name schon sagt, wird sich bei Low Carb kohlenhydratarm ernährt. Das bedeutet: Wenige Kartoffeln und Getreideprodukte wie z. B. Nudeln und Brot. Der Gedanke dahinter: Kohlenhydrate liefern unsere Körper Energie. Wenn wir ihm weniger davon liefern, als er eigentlich braucht, greift er auf Reserven zurück – Fettreserven nämlich. Darum lässt sich mit einer Low-Carb-Diät auch tatsächlich sehr gut abnehmen. Außerdem sieht man schon nach relativ kurzer Zeit Ergebnisse auf der Waage. Allerdings muss dabei auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Low Carb bedeutet nicht hungern! Und Kohlenhydrate sind auch nicht völlig tabu. Denn in Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten wie z. B. Linsen und Kichererbsen stecken auch Kohlenhydrate, die allerdings sehr gesund sind. Schlechte Kohlenhydrate stecken z. B. in Weißbrot, Cornflakes und Kartoffelbrei. Außerdem wird auf einen hohen Fettanteil in der Ernährung Wert gelegt, denn Fette sind nicht immer automatisch auch Dickmacher. Daher kommt auch die Abkürzung „HCLF“: Sie steht für „High Carb Low Fat“, also „viele Kohlenhydrate, wenig Fett“. Ungesättigte Fettsäuren sind gut für den Körper und er kann sie gut verwerten. Sie stecken z. B. In Oliven- und Rapsöl, Nüssen und Avocados. Einmal die Woche ist dann übrigens alles erlaubt: Am sogenannten „Cheat Day“, also dem „Schummel-Tag“, darf herzhaft zugebissen werden, auch in Pizza, Pasta und Co.

 

High Carb: Fit und gesund dank der extra Portion Kohlenhydrate

 

Ganz anders sehen es die Anhänger der High-Carb-Ernährung. Sie ernähren sich sehr kohlenhydratreich und sparen stattdessen an Fetten. Das Besondere: Die Kohlenhydrate sind rein pflanzlich – High Carb ist eine vegetarische oder sogar vegane Ernährungsform. Das hat den Hintergrund, dass unser Körper pflanzliche Kohlenhydrate nicht sofort als Fettpolster ansetzt, sondern in den Muskeln und der Leber speichert.Außerdem bieten Gemüse und Obst zusätzlich zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, von denen die meisten von uns heutzutage sowieso zu wenige zu sich nehmen. Nun zu den Fetten: Dass der Körper sie zum Leben braucht, akzeptieren auch die Anhänger von High Carb. Allerdings nehmen sie nur so viel Fett auf wie nötig ist, und nicht mehr. Dafür greifen sie auf gesunde Fettlieferanten wie Nüsse, Leinsamen und Kokosraspeln zurück. Vermieden werden hingegen Oliven- und Sonnenblumenöl, weil sie kaum Nährstoffe enthalten und so keinen Mehrwert bieten.

 

Paleo: Gesund wie unsere Vorfahren

 

Die Paleo-Ernährung wird in Deutschland auch gerne als Steinzeit-Diät bezeichnet. Denn die Verfechter dieser Ernährungsform gehen davon aus, dass sich der menschliche Körper noch nicht an die heutige Ernährung gewöhnt hat und noch in der Steinzeit feststeckt. Wenn wir uns also „artgerecht“ ernähren wollen, müssen wir wieder das essen, was unseren Vorfahren an Nahrung zur Verfügung stand. Die waren bekanntlich Jäger und Sammler, das bedeutet: Auf den Teller kommen Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Beeren, Nüsse und Gemüse. Statt Zucker werden Honig und Ahornsirup verwendet und auch pflanzliche Öle gelten als gesund. Komplett verzichtet wird bei Paleo auf Getreideprodukte, denn die kannten die Jäger und Sammler noch nicht. Sie kamen erst auf den Speiseplan, als unsere Vorfahren sesshaft wurden und mit Ackerbau und Viehzucht anfingen. Das bedeutet: Nudeln, Couscous, Brot und dergleichen sind nicht erlaubt. Industriell verarbeitete Lebensmittel wie Wurst und Joghurt kommen natürlich auch nicht auf den Tisch. Ob sich unser Körper in den letzten Jahrhunderten wirklich nicht weiterentwickelt hat, ist wissenschaftlich umstritten. Solange die Paleo-Diät bewusst und ausgewogen durchgeführt wird, schadet sie aber nicht.

 

Klingt zu beginn vielleicht etwas kompliziert, jede Ernährungsweise hat jedoch ihre Vorteile. Ernährst du dich nach einer bestimmten Art? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!

 

Diene Sophia Thiel